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Antiquitätenkauf auf Bali

  • Posted on November 2, 2011 at 10:19 am

Bali, die Insel der zehntausend Tempel, ist nicht nur bekannt für ihre unberührte Natur, saftig grüne Reisterrassen und traumhafte Sandstrände. Obwohl das sicher die meisten Touristen auf die Insel im indischen Ozean zieht, neben dem Traumhaften Bali Wetter natürlich.

Aber Bali war auch schon immer ein Zentrum des Kunsthandwerks und der Kunst. Schon während der Altsteinzeit war Bali besiedelt, etwa 2500 v. Christus wanderten vor allem Bauern und Töpfer aus China ein, damals über eine Landbrücke von Thailand über Malaysia, Sumatra und Java.

Eine zweite Einwanderungswelle kam in der Zeit von 500-100 v. Chr. und es entstand die vorhinduistische Naturreligion, deren Anhänger sich auch heute noch Bali-Aga nennen.

Schon diese Kulturen fertigten aufwändiges Kunsthandwerk an, weltberühmt sind die Ikat und Doppelikat Stoffe der Bali-Aga. Teilweise dauert es mehrere Monate um einen einzigen Teppich zu fertigen, entsprechend teuer sind die Stücke und ältere Arbeiten sind schier unbezahlbar.

Im Laufe der Zeit geriet Bali dann unter die verschiedensten religiösen und kulturellen Einflüsse. Der Islam breitete sich aus und bedrohte Bali, indische Einflüsse kamen ins Land und so entstand die Heutige Kultur, eine Mischung aus der früheren Naturreligion und dem Hinduismus.

Das Kunsthandwerk blieb fester Bestandteil des balinesischen Lebens, allerdings schwerpunktmäßig zum Bau der zahllosen Tempelanlagen und natürlich der Paläste für die Herrscher.

Hauptberufliche Künstler gab es allerdings kaum, die meisten davon waren Bauern, die nur gelegentlich Aufträge annahmen. Das ist teilweise Heute noch so, obwohl der Tourismus und die damit verbundene Fertigung von Souvenirs auch schon viele hauptberufliche Produzenten hervorgebracht hat.

Aber egal ob haupt- oder nebenberuflich, die handwerkliche und künstlerische Qualität der Arbeiten liegt auf sehr hohem Niveau und genau deshalb ist oft Vorsicht geboten, gerade beim Kauf von Antiquitäten.

Denn die sind oft gar nicht so antik, wie sie dargestellt werden. Speziell in der Künstlerstadt Ubud und den umliegenden Dörfern ist eine wahre Kunsthandwerks-Industrie entstanden, die darauf abzielt die Nachfrage an “Antiquitäten” aus Bali zu befriedigen.

Oftmals wird die Produktion sogar ins billigere Java verlagert, entsprechende Vorsicht ist speziell bei hochpreisigen Stücken geboten. Also entweder kennt man sich wirklich gut aus, oder man verzichtet gleich darauf unbedingt antike Stücke haben zu wollen. Denn hochwertig sind auch die zeitgenössischen Kunstgegenstände.

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