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Antiquitäten von Morgen

  • Posted on January 3, 2012 at 5:26 pm

Innovation schafft Wachstum. Kaum ein Markt war in den vergangenen 20 Jahren so von Innovationen geprägt, wie der IT-Markt und der Markt für Unterhaltungselektronik. Sowohl durch die ständige Vervielfachung der Speicherkapazität als auch durch zunehmende Rechnerleistung entstanden immer neue Generationen von Computern. Dazu kamen häufig neue Datenträger, Bildschirme und immer leistungsfähigere Hardware. Manche Generationswechsel erfolgten in so kurzen Abständen, dass gut gepflegte Altgeräte nach 20 Jahren heute schon museumsreif sind. Ein Beispiel mag diese Entwicklung veranschaulichen. Am Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe findet zurzeit eine Ausstellung statt, die sich mit dem Erhalt und der Restaurierung von digitalen Kunstwerken beschäftigt. Angesichts neuer Trends, wie Green IT nimmt sich vieles, was Medienkünstler in der Vergangenheit produziert haben heute wie Technikspielzeug aus. Der rasche Technologiewandel stellt Museen, die digitale Kunstwerke sammeln vor ungeahnte Probleme.

Viele Objekte veralten sehr schnell und es ist oft kaum möglich Ersatzteile zu bekommen oder Spezialisten, die in der Lage sind ein Kunstwerk, das unter einer veralteten Hardware läuft zu modernisieren, ohne dass eine Neuinterpretation stattfindet. Die Folge dieser Entwicklung ist auch ein nur eingeschränkter Sammlerkreis für diese Medienkunst, denn die Erwartung, dass sich ein digitales Kunstwerk nach wenigen Jahren erübrigt hat, schreckt Sammler ab. Aber nicht nur digitale Kunstwerke sind zu einem Gegenstand musealer Arbeit geworden. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Sammlern, die veraltete digitale Technik kaufen und ausstellen. Der Begriff Oldtimer bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Bedeutung. Während er bei Autos Fahrzeuge bezeichnet, die älter als 40 Jahre sind, kann IT schon nach der Hälfte der Zeit museumsreif sein. Kaum ein Nutzer hat einen privaten PC, der älter als 10 Jahre ist. Und da auch bei Betriebssystemen alle fünf Jahre ein Wechsel stattfindet und auch zahlreiche Datenformate nicht abwärts kompatibel sind, ist eine rasante Entwicklung entstanden, deren Ende kaum abzusehen ist. Bereits ist abzusehen, dass sich der Speicherbedarf weiter erhöhen wird in Folge einer zunehmenden Datenflut.

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